Landeskirchliche Gemeinschaft Asbach / Mittelstille
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Jahreslosung 2019
(Jahreslosung im Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen)

Vor wenigen Wochen geriet ich in eine Treibjagd. Zu meinem Glück saß ich im Auto und die Treiber standen links und rechts der Straße, offenbar hatte die Jagd noch nicht begonnen. Sonst wäre ich wohl zu spät zur Sitzung der Stiftung christliche Gästehäuser Felsengrund und Friedensburg in Rathen gekommen. Doch die schöne Landschaft der Sächsischen Schweiz wurde auf einmal blass und traurig für mich. Ich ahnte, was da gleich vonstattengehen würde. Natürlich weiß ich um die Jagd in unseren Wäldern, gewisse Notwendigkeiten und auch strenge Regelungen. Aber ich mochte an diesem Herbstmorgen nicht daran erinnert werden und habe die Tierwelt bedauert, die geängstigt, gejagt und zum Teil getötet wird.

In der Sitzung fällt mein Blick auf das Kärtchen mit der Jahreslosung 2019. Da ist tatsächlich von „jagen“ die Rede! Aber nicht Tieren, sondern dem Frieden soll ich nachjagen. Erleichtert lehne ich mich zurück, ach so, dem Frieden. Aber: jagen? Dem Frieden nachjagen? Das klingt nicht nach zurücklehnen – das klingt nach Aktivität, Anstrengung, Aufbruch! – Etwa „Treibjagd nach Frieden“?

Treibjagd braucht einen Plan und viele Mitmacher, braucht Regeln und Absprachen und Menschen, die sich daran halten. Gilt das für die Jagd nach Frieden auch? „Friedensplan“ – das kennen wir aus der Politik. Da braucht es lange Absprachen und viele, die mitmachen und sich an Regeln und Absprachen halten. In der Politik gelingt das oft nicht. Aber in meiner Familie, meiner Gemeinde, in dem Team, mit dem ich arbeite, da könnte es vielleicht gelingen! Wenn ich anfange und mit den anderen spreche, wenn ich gemeinsam mit meinen Mitmenschen nach guten Regeln suche und mich an die Absprachen halte! Wenn ich mich vom Bösen verabschiede und das Gute tue (Psalm 34,15a)! Wenn ich beginne, das zu denken, zu sagen und zu tun, was dem Frieden dient! Dann kann Frieden werden. Auf einmal bin ich der „Jagdleiter“, der den Frieden sucht, sich darum bemüht, friedfertig zu sein und andere zum Frieden anstiftet!

Wenn alle, die diese „Jahreslosung“ lesen, sich als „Jagdleiter zum Frieden“ verstehen, wenn wir alle uns bemühen um Menschen, die mit uns „den Frieden jagen“ – wie friedlich kann unsere Welt werden. – Natürlich, Herr der Jagd sind nicht wir, sondern es ist Gott, der Herr, von dem es in Psalm 34,10 heißt: „Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten haben keinen Mangel.“ – Wer Gott ehrt, wer sich ihm unterstellt und ihn bittet, der muss sich nicht sorgen. Denn mit Gottes Hilfe wird er den Frieden erfolgreich jagen, wird Frieden finden, Frieden stiften und weitergeben, damit Frieden in Menschenherzen einzieht und endlich Frieden auf Erden wird!

Ein friedvolles und segensreiches Jahr 2019 wünscht Ihnen und Euch

(Thomas Günzel)
Dresden, Dezember 2018

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